Kohle Protest

 Kohlekraftwerk STADE

Bundesland: Niedersachsen

Betreiber: E.on

Großplakat gegen Kohlekraftwerke in Stade

Planungsstand

 

Bebauungsplan:
Planungsprozess steht am Anfang 

Genehmigungsverfahren: Nicht eingeleitet

Das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans für das E.on-Kraftwerk steht noch am Anfang. E.on hat angekündigt, die Beteiligung der Öffentlichkeit im Oktober 2012 durchzuführen. Derzeit läuft ein Planfeststellungsverfahren für die Kraftwerksanschlussleitung für das Kohlekraftwerk. 

mehr Infos

mehr Infos

Vorhaben: Im Juni 2008 machte E.on seine Entscheidung für einen Steinkohlekraftwerks-Neubau mit 1.100 MW Leistung in Stade öffentlich. Das Kohlekraftwerk soll neben dem im Jahre 2003 stillgelegten E.on- Atomkraftwerk entstehen.

Stadt hört nicht auf Bürger …  

Baurechtlich ist das Gebiet, auf dem das E.on- Kohlekraftwerk gebaut werden soll, ein so genanntes Außengelände, für das kein Bebauungsplan existiert. Nach Auffassung der Stadt war der Bau eines Großkraftwerks dennoch rechtlich möglich. So schmetterte der Bürgermeister das Anliegen der drei Stader Bürgerinitiativen (BIs) und des BUND einfach ab, einen Bebauungsplan für das betreffende Gebiet aufzustellen. Das Anliegen der BIs ist, dass durch die Aufstellung des B-Plans sowohl die Stadt als auch die Bürgerinnen und Bürger ihre Einflussmöglichkeiten auf die Gestaltung dieses Gebiets geltend machen könnten. So würden die Interessen des Konzerns nicht nur den überregionalen Genehmigungsbehörde überlassen.  

…. aber auf Energiekonzern

Als E.on im August 2009 überraschend die Aufstellung eines Bebauungsplans forderte, um Rechtssicherheit für den Kraftwerksbau zu bekommen, spurte die Stadt. Sie „begrüßte“ das Anliegen des Energiekonzerns und verkündete, unverzüglich einen B-Plan aufstellen zu wollen. Das B-Plan-Verfahren wird die Realisierung der Kohlepläne deutlich verzögern.

Am Sinneswandel des Energiekonzerns in Sachen Bebauungsplan sind nach Aussagen eines E.on Sprechers die „kleinen Biester“ Namens Finte aus der Elbe schuld. Es ist E.on offensichtlich zu heikel weiter zu planen, ohne die Gewässersituation der Elbe und Gefährdung des Fisches durch das Kohlekraftwerk im Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans geklärt zu haben.

CDU und Grüne gegen B-Plan Aufstellung

Die Stader CDU-Gruppe hat am 22. April 2010 gemeinsam mit den Grünen gegen die Aufstellung eines Bebauungsplanes für ein E.on Kohlekraftwerk gestimmt und damit in Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltfragen (ASU) den Beschlussvorschlag der Verwaltung gekippt. Die CDU begründete den Schritt damit, dass E.on  unlängst sein Kohlekraftwerksprojekt in Wilhelmshaven mit einem Wirkungsgrad von über 50 Prozent zurückgezogen habe. Die CDU-Stade möchte für die Stadt an der Elbe dagegen nur die technisch beste und sauberste Kohlekraft. Solange das nicht umsetzbar sei, wolle die CDU keinen Bebauungsplan für E.on unterstützen.

Politische Situation

In Stade sind SPD, CDU und FDP für den Bau der Kraftwerke. Nur die Grünen sprechen sich klar gegen neue Kohlekraftwerke aus.

mehr Infos

mehr Infos

Allerdings gibt es auch Äußerungen seitens der SPD, dass nur ein Kraftwerk vor Ort entstehen solle. Auch Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) erklärte im Februar 2009, dass er zur Sicherung des Industriestandortes Stade lediglich ein neues Kohlekraftwerk für notwendig hält. Die SPD Landtagsfraktion Niedersachsen hat sich dafür Ausgesprochen maximal ein Kohlekraftwerk in Stade zu bauen und dies mit KWK zu betreiben.

Ortsverband und Ortsratsfraktion der CDU im Stadtteil Bützfleth haben sich im Oktober 2009 klar gegen das Kohlekraftwerksprojekt von GDF Suez ausgesprochen und den Konzern aufgefordert, den Standort aufzugeben. Ausschlaggebend ist vor allem die Nähe zur Wohnbebauung.

Die CDU-FDP geführte Landesregierung unterstützt alle Kohlekraftwerksplanungen in Niedersachsen.


Protest vor Ort

Den Kohlekraftwerksplänen in Stade weht massiver Wind entgegen. Insgesamt drei Bürgerinitiativen haben sich gegen die Kohlepläne gegründet, die jeweils aus unterschiedlichen regionalen Perspektiven aktiv sind.

mehr Infos

mehr Infos

Die Bürgerinitiativen arbeiten eng zusammen. Auch der BUND Stade ist gegen die geplanten Klimakiller aktiv.

Die Bürgerinitiative (BI) Bützfleht ist nach einem Ortsteil von Stade benannt, welcher an der Unterelbe und am geplanten Standort des Kohlekraftwerks von GDF Suez liegt. Sie hatte sich ursprünglich wegen einer geplanten Müllverbrennungsanlage gegründet.

Die BI Stade/ Altes Land entstand im Sommer 2008. Das Alte Land ist das größte geschlossene Obstanbaugebiet Nordeuropas, welches sich zwischen Stade und Hamburg befindet. Die Landwirte dort wenden sich gegen die geplanten Kohlekraftwerke. Sie befürchten, dass sie ihre Ernte nicht mehr verkaufen können, wenn Feinstäube und Schwermetalle aus den Schloten der Kraftwerke die Äpfel und Kirschen belasten. Allein schon den Ruf, im Schatten von riesigen Kohlemeilern Obst zu produzieren, halten die Altländer Landwirte für geschäftsschädigend.

Auf der Schleswig-Holsteinischen Seite der Elbe hat sich im Frühjahr 2008 die BI Haseldorfer Marsch gegründet. Die Menschen der Haseldorfer Marsch wenden sich gegen die durch die Kohlekraftwerke zu erwartenden Umwelt- und Gesundheitsschäden. Die Region lebt wie das Alte Land vor allem vom Obstbau und Tourismus. Die Haseldorfer Marsch ist aufgrund der vorwiegenden Westwinde mit am stärksten durch die zukünftigen Schadstoffemissionen der Kraftwerke betroffen. Die BI wird von allen Marschgemeinden und fast allen angrenzenden Geestgemeinden parteiübergreifend unterstützt.


Protesthighlights

Februar 2012: Zum Erörterungstermin für die geplante Kraftwerksanschlussleistung für das E.on-Kohlekraftwerk protestieren die Bürgerinitiative Stade - Altes Land und der BUND Stade unter dem Motto: "Stromtrassen für Erneuerbare Energien: JA! - Stromtrassen für Kohlekraftwerke: NEIN!"

August 2011: Das breite Bündnis "Stade zukunftsfähig!" eröffnet seine Kampagne vor der Kommunalwahl. Es fordert die Stader Politik auf, endlich mehr für die Energiewende zu tun und den beiden Kohlekraftwerks-Neubauplänen eine Absage zu erteilen

Mai 2010: Ein breites Bündnis von Klimaschützern demonstrierte mit Giftfässern vor dem Parteitag der SPD in Stade. Damit wiesen sie auf den enormen CO2- und Schadstoffausstoß der geplanten Kraftwerksprojekte hin.

April 2010: Bürgerinitiativen aus Bützfleth und Stade/Altes Land, die BUND-Kreisgruppe und der Kreisverband des Naturschutzbundes (Nabu) übergeben über 3000 Unterschriften gegen die geplanten Kohlekraftwerke

Oktober 2009: Lichterkette am Elbdeich. Mit einer Lichterkette am Deich protestieren über 700 Menschen gegen den Bau von drei Kohlekraftwerken auf der niedersächsischen Seite der Elbe

Juni 2009: Die Die BI Stade/ Altes Land startet die neue Kampagne "Kohlestadt Stade?", um  die Politiker zu einem Umdenken zu bewegen. Zur Kampagne gibt es schicke Postkarten, Infostände und T-Shirts.

April 2009: Gemeinsamer Brief der Bürgerinitiativen an den Stader Bürgermeister mit der Forderung einen Bebauungsplan für das E.on Gelände aufzustellen

Februar 2009: Die Bürgerinitiativen treffen sich mit Umweltminister

Oktober 2008: Ein breites Bündnis protestiert mit dem Kohlosaurus gegen die in Stade geplanten Kohlekraftwerke



Planungsdaten

Brennstoff: Steinkohle
Leistung:
1100 MW
Baubeginn:
unklar
Inbetriebnahme:
unklar
Wirkungsgrad
: ca. 46%
KWK:
nein
Investition:
1,2 Mrd.Euro
CO2-Ausstoß:
6,2 Mio. t/Jahr

Kontakt vor Ort

Bürgerinitiative Bützfleth

Dr. Jochen Witt
E-Mail: bi-buetzfleth(at)online.de

 

 

Bürgerinitiative Stade/ Altes Land

Ingrid Meyer-Schmeling
E-Mail: ingrid.meyer-schmeling(at)web.de

 

 

Bürgerinitiative Haseldorfer Marsch

Wolfgang Werther
E-Mail: dr.w.werther(at)t-online.de

 

Broschüre: Drei Kohlekraftwerke für Stade?

 

 



Kohle-Karte
Kampagnenhomepage "Stade zukunftsfähig!"
KONTAKTINHALTIMPRESSUM