


Neurath Braunkohle CO2: 16,7 Mio. t/a im Bau
Niederaußem Braunkohle CO2: 16,7 Mio. t/a in Planung
Hamm Steinkohle CO2: 9,2 Mio. t/a im Bau
Arneburg Steinkohle CO2: 9,0 Mio. t/a in Planung
Mannheim Steinkohle CO2: 5,1 Mio. t/a in Bau
(GKM gehört zu 40% zu RWE)
RWE ist der zweitgrößte Energiekonzern in Deutschland und eines der fünf größten Versorgungsunternehmen in Europa. Außer in Deutschland ist RWE vor allem in Großbritannien, den Niederlanden und Osteuropa tätig. RWE wurde 1898 in Essen gegründet, wo sich auch die Konzernzentrale befindet. Trotz des Versprechens "voRWEg gehen" (aktueller Werbeslogan; Stand 2011) zu wollen, ist die CO2-Bilanz von RWE miserabel: Der Konzern ist der größte CO2-Emittent Europas. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bei RWE liegt mit 14 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt. Und der größte Teil davon stammt nur aus bereits abgeschriebenen Wasserkraftwerken.
Die Kohlekraftwerke, die RWE in Deutschland betreibt, befinden sich fast alle in Nordrhein-Westfalen. Die vier großen Braunkohlekraftwerke von RWE zählen zu den sechs ineffizientesten Kraftwerken in Deutschland, mit den höchsten Kohlendioxid-Emissionen pro Kilowattstunde. Europas größter Klimakiller, das Braunkohlekraftwerk Neurath in Nordrheinwestfalen, das letztes Jahr (Stand 2011)mehr als 28 Millionen Tonnen CO2 ausstieß, gehört RWE.Die Braunkohle stammt aus drei Tagebauen in Nordrhein-Westfalen. Für die Tagebaue wurden bereits mehrere Tausend Menschen umgesiedelt. Weitere Umsiedlungen – auch gegen den Protest der Bewohner – sind bereits geplant.
Ungeachtet dessen will RWE laut eigenen Angaben sogar noch mehr in die Verstromung von Braunkohle investieren, neue Anlagen bauen und mehrere hundert Millionen Euro in die Überholung alter Kraftwerksblöcke stecken. Und das, obwohl dadurch die Nettowirkungsgrade auf gerade einmal 43% erhöht werden. Die Menge der eingesetzten Braunkohle soll zudem gleich bleiben oder sogar erhöht werden.
Steinkohlekraftwerke dominieren jedoch konzernweit gegenüber Braunkohlekraftwerken. Dieses Jahr hat Kolumbien Russland als wichtigsten Lieferanten von Steinkohle für Deutschland überholt. Auch RWE importiert Steinkohle aus den drei relevanten Steinkohleminen von Cerrejón, Drummond und Prodeco/Glencore in Kolumbien, obwohl klar ist, dass der Abbau dort mit massiven Menschenrechtsverletzungen, Vertreibungen, Missachtung indigener Rechte und Umweltschäden einhergeht.
Die Energiewende kommt RWE teuer zu stehen, weil der Konzern sich nicht rechtzeitig in Richtung Erneuerbare Energien orientiert hat. Nach dem Reaktorunfall in Fukushima musste der Konzern zwei seiner Kernkraftwerke (Biblis A und Biblis B) stilllegen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und der Trend zu Ökostrom tun ihr Übriges, dass RWE gigantische Gewinnverluste hinnehmen muss und zu weitreichenden Umstrukturierungen gezwungen ist. RWE reagiert mit Sparprogrammen, Kürzung von Investitionen und massivem Stellenabbau: Rund 4000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. In den letzten Monaten wurde zudem die Kreditwürdigkeit von RWE mehrfach herabgestuft.
Auch im Bereich der Neubauplanungen steckt RWE aufgrund des andauernden Bürgerprotests in der Krise. Beim bereits in Bau befindlichen Steinkohlekraftwerk in Hamm, das RWE gemeinsam mit verschiedenen Stadtwerken geplant hat, steigen immer mehr Stadtwerke aus, die Planungen für das Kraftwerk in Arneburg liegen auf Eis. Ein im niederländischen Eemshaven geplantes Steinkohlekraftwerk wurde zwar nach Interventionen von Umweltschutzorganisationen mit einem Baustopp belegt, RWE baut aber momentan unter Duldung der niederländischen Regierung trotzdem weiter.
Umsatz 2010: 53,32 Mrd. Euro
Nettoergebnis 2010: 3,31 Mrd. Euro
Aktuell betreibt die RWE AG 13 Kohlekraftwerke in Deutschland
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