


Aufgegebenes Projekt:
Neubau Steinkohlekraftwerk in Quierschied-Weiher
Betreiber: Evonik-Steag
Verhinderte CO2-Emissionen: 4,5 Mio. t
Erfolgsrezept: ohne Angabe von Gründen zurückgezogen
Der Energiekonzern Evonik Steag sorgte Ende Juli 2007 für Aufregung, als er seine Überlegungen bekannt gab, das bestehende Steinkohlekraftwerk im saarländischen Quierschied mit 680 MW Leistung um einen weiteren Block mit 790 MW zu erweitern.
Bereits wenige Tage nach der Ankündigung der Baupläne gründeten Bürger der umliegenden Gemeinden eine Bürgerinitiative, um gegen die Kraftwerkspläne vorzugehen. Die Grünen im saarländischen Landtag wiesen die Pläne der Steag AG entschieden zurück. Ein solcher Neubau mache nur Sinn, wenn das bisherige Kraftwerk an diesem Standort abgeschaltet und ein neues mit größtmöglichem Wirkungsgrad errichtet würde, betonte Grünen-Chef Hubert Ulrich. Dazu sei der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung notwendig. Grundsätzlich befürworten die Grünen jedoch die Errichtung kleinerer, dezentraler Anlagen statt der Errichtung von Großkraftwerken.
Zustimmung zum Projekt gab es von der IHK Saarland. Für deren Hauptgeschäftsführer Volker Giersch stellten die ausgebauten Fernleitungsnetze im Saarland mit der zugehörigen Infrastruktur zur Umspannung und Verteilung einen unschätzbaren Standortvorteil dar. Die Standortnachteile wie die fehlende unmittelbare Nähe zu einer Wasserstrasse, spielte er demgegenüber herunter.
Doch bereits eine Woche nach der Verkündung der Pläne gab der Mutterkonzern Evonik (vormals RAG) Entwarnung: Der Standort Quierschied sei inzwischen wieder verworfen worden. Nähere Angaben zu den Gründen für diese Entscheidung machte das Unternehmen jedoch nicht. Die Auseinandersetzung um die Planungen für ein neues Kohlekraftwerk in Quierschied dauerten also nur einige wenige Tage lang.