

Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Betreiber: RWE
Die beiden neuen Braunkohlekraftwerksblöcke in Neurath sind im Sommer 2005 genehmigt worden und befinden sich seit Januar 2006 in Bau.
Vorhaben: RWE vergrößert sein Braunkohlekraftwerk am Standort Neurath in Grevenbroich: zu den laufenden fünf Blöcken mit einer Leistung von insgesamt 2.200 MW baut der Energiekonzern zwei weitere neue Braunkohlenblöcke (F und G) mit insgesamt 2.200 MW. Diese Blöcke werden als sogenannte „Braunkohlekraftwerke mit optimierten Anlagentechnik“ (BoA) gebaut. Der erste BoA-Block von RWE ging im Jahre 2003 im benachbarten Niederaußem in Betrieb. Die BoA-Blöcke in Neurath werden die Blöcke 2 und 3 dieser Bauart sein.
Genehmigung erteilt – Kraftwerk im Bau
Anders als die Bezirksregierung Köln, die RWE bisher eine Absage für ihre Braunkohlekraftwerks-Neubaupläne in Niederaußem gegeben hat, unterstützt die Bezirksregierung Düsseldorf die klimaschädlichen RWE-Planungen in Neurath. Am 23. Juni 2005 erteilte sie die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Bau und den Betrieb des BoA-Doppelblocks in Neurath.
Am 23. August 2006 legte NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weiteren 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft den Grundstein für das neue Braunkohlekraftwerk Grevenbroich-Neurath.
Seit Januar 2006 ist das Braunkohlekraftwerk in Bau. Bauvorbereitende Maßnahmen startete RWE bereits im Juni 2005.
EU-Beschwerde des BUND
Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) legte am 24. Oktober 2005 bei der Europäischen Kommission in Brüssel Beschwerde gegen die Genehmigung des Braunkohlenkraftwerks Neurath ein. Die Genehmigung verstoße in mehrfacher Hinsicht gegen europäische Umweltschutzbestimmungen.
SPD und CDU begrüßen die Kraftwerkserweiterung am Standort Neurath zur Sicherung und Entwicklung des Energiestandortes Grevenbroich.
Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist seit Jahren gegen den Braunkohlekraftwerksneubau aktiv. U.a. hat sich der BUND mit umfänglichen Stellungnahmen im Rahmen des inzwischen beendeten Genehmigungsverfahrens eingebracht.
Der BUND kritisiert das Label „Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik“ (BoA) als ein Feigenblatt zur Verschleierung der gravierenden energiewirtschaftlichen und ökologischen Nachteile der antiquierten Form der Stromerzeugung mit Braunkohle. Mehr als 16 Millionen Tonnen des Klimagases Kohlendioxid würden allein die BoA-Blöcke 2 und 3 in Neurath ausstoßen – bei seiner geplanten Regellaufzeit von 40 Jahren.
Tausende Demonstranten am Klimaaktionstag
Zum Klimaaktionstag am 8. Dezember 2007 war das Kraftwerk Neurath im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit: mehr als 3.000 Menschen demonstrierten zusammen mit dem BUND und der Klima-Allianz gegen den Bau der Anlage und forderten stärkere Anstrengungen der Bundesregierung für den Klimaschutz. Infos zur Demo...
Protest gegen Braunkohletagebau Garzweiler II
Seit Jahren wendet sich der BUND auch gemeinsam mit Bürgerinitiativen, Kirchen und betroffenen Kommunen gegen die Erweiterung des Tagebaus Garzweiler II. Die Gewinnung der Braunkohle ist dazu mit irreversiblen Folgen für die Natur und den Gewässerhaushalt verbunden. Alle verfügbaren politischen und rechtlichen Möglichkeiten werden ausgeschöpft, um das allgemeinwohlschädliche Vorhaben zu verhindern. Infos zum Protest gegen Garzweiler II...
Aktionsbündnis Zukunft statt Braunkohle
Ende 2005 haben sich daher die großen, bundes- und europaweit agierenden Umweltverbände und verschiedene lokale Initiativen zu dem Aktionsbündnis "Zukunft statt Braunkohle" zusammen geschlossen, um ihre Anstrengungen für eine zukunftsfähige Energiestruktur ohne die klimaschädliche Braunkohle zu bündeln und zu verstärken. Das Aktionsbündnis repräsentiert etwa zwei Millionen Mitglieder und Förderer.
Dezember 2007: Zum Klimaaktionstag fand am Braunkohlekraftwerksneubau Neurath eine große Demonstration statt. Mehr als 3.000 Menschen kamen nach dem Aufruf der Klima-Allianz NRW vor dem RWE-Gelände zusammen und demonstrieren gegen den Neubau von Kohlekraftwerken und fordern stärkere Anstrengungen der Bundesregierung für den Klimaschutz
August 2006: Anlässlich der Grundsteinlegung für den Neubau der beiden BoA-Blöcke in Neurath demonstrieren Umweltschützer des BUND NRW mit Bannern und Plakaten
Juni 2006: Mit einem Diaprojektor projiziert Greenpeace auf den Kühlturm des RWE-Kraftwerks Neurath die Warnhinweise "Rauchen tötet" und "CO2 kills"
Januar 2006: Die Europäische Kommission leitet ein Prüfverfahren wegen der umstrittenen Genehmigung des neuen 2.200-MW-Braunkohlenkraftwerks in Grevenbroich-Neurath ein. Anlass ist die vom nordrhein-westfälischen Landesverband des BUND im Oktober 2005 eingereichte EU-Beschwerde
Dezember 2005: 30 Greenpeace-Aktivisten demonstrieren auf einem Kühlturm des RWE-Braunkohlekraftwerks in Neurath. Kletterer befestigen ein Banner mit der Aufschrift "CO2 kills" und "Stopp Klimakiller RWE" an dem Turm
Oktober 2005: Der nordrhein-westfälische Landesverband des BUND reicht bei der Europäischen Kommission in Brüssel Beschwerde gegen die Genehmigung des Braunkohlenkraftwerks Neurath ein. Die Genehmigung verstoße in mehrfacher Hinsicht gegen europäische Umweltschutzbestimmungen

Brennstoff: Braunkohle
Leistung: 2200 MW
Baubeginn: 2006
Inbetriebnahme: 2012
Wirkungsgrad: ca. 43%
KWK: nein
Investition: 2,2 Mrd.Euro
CO2-Ausstoß: 16,7 Mio. t/Jahr


BUND-Nordrhein-Westfalen
Dirk Jansen
BUND-Geschäftsleiter NRW
E-Mail: dirk.jansen(at)bund.net
Aktionsbündnis Stommelner Bürger „Leben ohne BoA“
Helmut Spahn
Telefon: 02238 / 925050


Klimakilller Nr. 1
Mit einem jährlichen CO2-Ausstoß von 34,5 Millionen Tonnen wird Neurath nach Inbetriebnahme der neuen BoA-Blöcke traurige Berühmtheit als größter CO2-Produzent in Europa erlangen.


Weiterer Braunkohletagebau
Die neuen BoA-Kraftwerks-blöcke sollen v.a. mit der Kohle aus dem geplanten Tagebau Garzweiler II laufen – mit all den damit verbundenen gravierenden Eingriffen in den Wasserhaushalt, die Ökologie und die soziale Struktur der Region. In den nächsten Jahrzehnten sollen für Garzweiler II 11 Dörfer abgerissen und mehr als 7.600 Bürgerinnen und Bürger umgesiedelt werden. Der Braunkohlentagebau Garzweiler II ist seit Jahrzehnten heftig umstritten. Bereits im Jahre 1987 begann das offizielle Genehmigungsverfahren.
