

Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Betreiber: Evonik
Bebauungsplan:
Vorhanden
Genehmigungsverfahren: Nicht eingeleitet
Ein Genehmigungsverfahren zum Kraftwerksvorhaben wurde nicht eingeleitet, die planungsrechtliche Voraussetzung besteht aber.
Vorhaben: Evonik betreibt am Standort Lünen bereits ein Steinkohlekraftwerk mit einer installierten Leistung von 507 MW. Der Konzern will noch ein weiteres Steinkohlekraftwerk am Standort bauen – mit der fast doppelten Leistung.
Unklar, wann es weiter geht
Es ist derzeit unklar, wie es mit dem Kohlekraftwerksprojekt weiter geht. Nach dem Scoping-Termin am 12. Dezember 2007 gab es keine weiteren Entwicklungen von offizieller Seite.
Für das Evonik Steag-Kraftwerk wurde bisher noch kein Antrag auf Erteilung eines immissionsschutzrechtlichen Vorbescheides gestellt.
Neue Hochspannungstrasse
Untermauert werden die Kohlekraftwerks-Pläne von Evonik durch den Bau der für den Betrieb der beiden in Lünen geplanten Kohlekraftwerke nötigen 380kv-Hochspannungsleitung. Diese soll von Elmenhorst durch Oberlippe bis Holthausen erweitert werden, um den Kraftwerksstandort Lünen an das vorhandene Verbundnetz der RWE Transportnetz Strom GmbH anzuschließen. Nach Angaben eines Konzernsprechers der Firma „Netzleitung Lünen GmbH“ soll die 380kV-Leitung zuerst nur Trianel mit der Station Lippe verbinden. Das letzte Teilstück von Trianel zu Evonik soll erst dann erstellt werden, wenn ein neues Evonik-Kraftwerk ans Netz geht.
Das Trianel-Kraftwerk wird von allen Parteien im Stadtrat ungeachtet des Protests der Bevölkerung begrüßt. Auch die Grünen waren anfänglich dafür, machen sich aber inzwischen gegen das Kohlekraftwerksprojekt stark. Das Evonik-Kraftwerk wird kritischer gesehen.
Der Rat der Stadt Lünen hat Ende 2007 einen Beschluss gegen ein weiteres Evonik-Kraftwerk gefällt.
Die Bürgerinitiative kritisiert, dass CDU, SPD und FDP sich weigern, das mehrheitliche Stimmungsbild der Bevölkerung gegen die Errichtung und den Betrieb weiterer Kohlekraftwerke und die diesbezüglich sachlich vorgetragenen Argumente zur Kenntnis zu nehmen und einen entsprechenden Kurswechsel im Rat herbeizuführen.
Herbe Stimmenverluste bei Kommunalwahl 2009
Bei der Kommunalwahl haben sowohl die SPD als auch die CDU erhebliche Stimmenverluste hinnehmen müssen, während die Grünen gewonnen haben. Wie die Grünen gehörte die Wählergemeinschaft "Gemeinsam für Lünen" bei der Kommunalwahl 2009 zu den Gewinnern. Über die Ansprache der Ratsmitglieder kamen die Gegner nicht weiter. Dass sie mit der Gründung einer Wählergemeinschaft den Geschmack der Lünener getroffen haben, zeigt das Wahlergebnis.
Die Bürgerinitiative - Kontra Kohle Kraftwerk e.V. (BI-KKK) wurde im März 2007 von über 100 Personen in Lünen gegründet und ist seitdem mit vielen einfallsreichen Aktivitäten gegen die geplanten Kohlekraftwerke aktiv.
Auch die Bürgerinitiative "Stoppt den Landschaftsfraß", die Flächenverbrauch verhindern will, ist in Lünen gegen die Steinkohlekraftwerksprojekte aktiv.
Durch eine Vielzahl kreativer Ideen konnten die Lüner Bürgerinitiativen 30.000 Euro für die Klage gegen die erste Teilbaugenehmigung für ein Steinkohlekraftwerk der Fa. Trianel vor dem OVG Münster sammeln. Als Kläger konnte der BUND gewonnen werden.
In Lünen hat sich eine Ärzteinitiative gebildet, die sich gemeinsam mit der Bürgerinitiative gegen den Kraftwerksneubau ausgesprochen hat. Insgesamt haben sich bisher knapp 100 Ärzte in Lünen und naher Umgebung im Sinne der Gesundheit ihrer Patienten gegen die geplanten Kohlekraftwerke in Lünen ausgesprochen.
Juni 2009: „Tour de Coal“ - BI-KKK besichtigt Kohlekraftwerke in der Region mit dem Fahrrad
März 2009: „Heimleuchten“ – Eine Kette aus ca. 2.000 Menschen demonstrieren am Datteln-Hamm-Kanal, der Waltrop und Lünen verbindet und unweit des Bauplatzes für das Trianel-Kohlekraftwerk, gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke in NRW mit einem Fackelzug
Februar 2009: Mit dem Kunstwerk "Kohlosaurus" haben zwei Lüner Bürgerinitiativen und die Bündnisgrünen am Samstag gegen den Bau von Kohlekraftwerken demonstriert. Auf dem Marktplatz hatten sich die Kohle-Gegner versammelt
Januar 2009: Mit Unterstützung der Lüner BI KKK und des BUND startet Greenpeace-Schweiz eine Kampagne gegen die Beteiligung des regionalen staatlichen Energieversorgers am Trianel Kraftwerk in Lünen. Beim Regionalrat wird eine Petition gegen die Kraftwerksbeteiligung mit 3.234 Unterschriften eingereicht
Mai 2008: Die Bürgerinitiative BI - Kontra Kohle Kraftwerk bereitet sich mit einer ungewöhnlichen Aktion auf Klagen gegen das Kohlekraftwerk vor. Sie sammelt bis Dezember 2008 in öffentlich aufgestellten Containern Altpapier zur Finanzierung ihrer Vorhaben
April 2008: Der BUND und die BI KKK schmieden eine Klage-Allianz zur Verhinderung des geplanten Trianel-Steinkohlekraftwerks in Lünen
Februar 2008: In einer Umfrage lehnen mehr als 50 Prozent der Lünerinnen und Lüner den Neubau von Kohlekraftwerken in Lünen ab
Dezember 2007: Die Evangelische Kirche in Lünen kritisiert den geplanten Bau von Steinkohlekraftwerken in Lünen und fordert eine Denkpause beim Bau neuer Kohlekraftwerke. Denn "dieser Plan spricht jeder vernünftigen Klimapolitik Hohn", brachte Pfarrer Klaus Breyer als Umweltbeauftragter der Evangelischen Landeskirche die Haltung der Kreissynode auf den Punkt
Mai 2007: Ärzte schließen sich der Bürgerinitiative mit einem offenen Brief an, in dem sie vor den Gesundheitsgefahren des Schadstoffausstoßes von Kohlekraftwerken warnen.

Brennstoff: Steinkohle
Leistung: 900 MW
Baubeginn: unklar
Inbetriebnahme: unklar
Wirkungsgrad: ca. 46%
KWK: unklar
Investition: 1 Mrd.Euro
CO2-Ausstoß: 5,1 Mio. t/Jahr


Bürgerinitiative Kontra Kohle Kraftwerk e.V.
Thomas Matthée (Vorsitzender)
Fon: (02306) 782085
E-Mail:thomas.matthee(at)kontra-kohle-kraftwerk.de
