

Energiepolitik in Deutschland – Gerechtigkeit und globale Verantwortung
Die Entscheidung für oder gegen den Neubau von Kohlekraftwerken in Deutschland berührt auch Fragen von globaler Gerechtigkeit und Verantwortung. Denn mit neuen Kohlekraftwerken werden hohe CO2-Emissionen über weitere Jahrzehnte festgeschrieben und heizen damit den Klimawandel zusätzlich an. Der Klimawandel ist jedoch weder von allen Menschen weltweit in gleicher Weise verursacht worden, noch sind seine Folgen überall auf der Welt in gleichem Maße zu spüren: Während die Industrienationen durch ihren hohen Ressourcenverbrauch den größten Einfluss auf das Weltklima nehmen, sind es die Entwicklungsländer, die am stärksten durch den Klimawandel verwundbar sind.
Deutschland trägt besondere Verantwortung!
Auch Deutschland gehört zu den Hauptverursachern: Der Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen beträgt in Deutschland mit derzeit ca. 11 Tonnen im Jahr das 2,5fache des weltweiten Durchschnitts. Industrieländer wie Deutschland haben deshalb eine besondere Verantwortung, ihren CO2-Ausstoß im eigenen Land durch konsequenten Klimaschutz schnell zu reduzieren. Als Hauptverursacher des Klimawandels haben sie außerdem eine historische Verantwortung gegenüber den Entwicklungsländern, da sie deren Entwicklungschancen stark beeinträchtigen.
Nafisa Goga D’ Souza (Sozialwissenschaftlerin, Indien) "Der Klimawandel bedroht das Menschenrecht auf Nahrung, Wasser und Land. Der Monsun wird immer verrückter. Ernten werden durch starke Regenfälle zerstört oder verdorren in unbekannter Trockenheit. Dies trifft besonders die, die schon jetzt am Rande der Gesellschaft stehen."
Arme Menschen sind am stärksten betroffen
Der vom Menschen verursachte Klimawandel gefährdet die Lebensgrundlagen sowie die ökonomischen, sozialen und kulturellen Rechte vieler hundert Millionen Menschen weltweit. Schon jetzt sind die dramatischen Folgen des Klimawandels vor allem in den Ländern des Südens spürbar: steigende Meeresspiegel, versalzenes Trinkwasser, Dürrekatastrophen, Ernteausfälle, Überschwemmungen etc. erschweren vor allem den ärmsten und verwundbarsten Bevölkerungsschichten das Leben. Insbesondere armen Menschen fehlen die Ressourcen, sich vor den Folgen des Klimawandels zu schützen und sich an die veränderten Lebensbedingungen anzupassen.
Konkret verschärft der Klimawandel Armut in Entwicklungsländern folgendermaßen:
Jedes neue Kohlekraftwerk, das in Deutschland ans Netz geht, verstärkt diese Entwicklungen über seinen massiven CO2-Ausstoß und trägt damit auch zu mehr Armut in der Welt bei!
Nasilele Sipalo (70) aus dem Westen Sambias
.... ist von Überflutungen aufgrund außergewöhnlich starker Regenfälle betroffen. Ihre Familie hat nicht mehr genug zu essen und Nasilele Sipala sorgt sich um die Gesundheit ihrer hungernden Enkelkinder.
Vertreter aus Ländern, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, fordern uns auf, endlich die nötigen Weichenstellungen für eine klimaverträgliche Energieversorgung vorzunehmen und auf neue Kohlekraftwerke zu verzichten. Anlässlich der Demonstration „Kohle stoppen – Klima schützen“ am 13.09.2008 kamen auf Einladung der Klima-Allianz Klimazeuginnen und -zeugen aus Bolivien, Fidschi, Kirgisistan, Indien und Tansania nach Deutschland. Sie vertraten Projektpartner von Brot für die Welt, Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), Misereor, Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen und Women in Europe for a Common Future (WECF) und berichteten, wie die Menschen in ihren Ländern schon jetzt vom Klimawandel betroffen sind. Zudem übergaben Sie eine Petition an die deutsche Bundesregierung, in der sie einen Stopp der klimaschädlichen Kohle-Planungen forderten. Mehr Infos zur Klimazeugentour hier.
Der Kinospot von Oxfam Deutschland und der Heinrich-Böll-Stiftung zeigt, dass Kohlekraftwerke in Deutschland den Klimawandel verschärfen. Die Folgen des Klimawandels, wie verstärkte Stürme, Dürren und Überschwemmungen treffen vor allem Menschen in armen Ländern. Der Spot hatte am 14. Februar 2010 während der 60. Berlinale Premiere, wird ab dem 18. Februar 2010 deutschlandweit in Kinos gezeigt und ist hier für Sie zu sehen.
Drei Freunde treffen sich in der Kneipe und berichten aus ihrem Leben. Auto, Urlaub, Energie und Ernährung ergeben ein buntes Klimasündenregister. Mit dem Auftreten der Kellnerin nimmt der Film eine überraschende Wendung... Das Drehbuch zu dem etwa vierminütigen Kurzfilm stammt von Heiner Rosch, Dirk Wenzel und Peter Wedel. Letzterer inszenierte den Film mit Benno Fürmann, Bjarne Mädel, Christoph Tomanek und Ina Paule Klink in den Hauptrollen. Der Film lief im November / Dezember 2009 in zahlreichen deutschen Kinos als Vorfilm.
Info-Broschüre von Oxfam: Klima schützen - Armut verhindern November 2010 Download
Factsheet von Oxfam Deutschland: Wie der Klimawandel die Lebensgrundlagen armer Menschen zerstört, Dezember 2009. Download
WEED-Factsheet: Christen und Klimaschutz: Klimagerechtigkeit statt Kohlekraft! April 2009. Download
WEED-Broschüre: Klimagerechtigkeit in Berlin?! Der Konflikt um das Kohlekraftwerk Klingenberg.2008. Download
Infostelle Klimagerechtigkeit des Nordelbischen Missionszentrums
Infoseite von Brot für die Welt
Infoseite von Germanwatch zu Klima & Entwicklung
Infoseite des INKOTA-Netzwerks: Klima der Gerechtigkeit - Für einen Kurswechsel in der globalen Klimapolitik
Seite des Projektvorhabens "Klimawandel und Gerechtigkeit
Infoseite WWF zum Thema Klimazeugen
Infoseite des Evangelischen Entwicklungsdienstes zum Thema „Engagement für Klimagerechtigkeit“
Infoseite der AG Klima & Energie des Forum Umwelt & Entwicklung