

Bundesland: Hamburg
Betreiber: Vattenfall
Das Kohlekraftwerk ist genehmigt und seit November 2007 im Bau. Die Klage des BUND gegen die Genehmigung wurde abgewiesen.
Probleme mit dem Kesselstahl "T24" führen jedoch zu erheblichen Verzögerungen bei der Fertigstellung des Kraftwerks.
Die umstrittene Fernwärmetrasse für das Kohlekraftwerk von Moorburg nach Altona ist laut einer Vereinbarung zwischen der Stadt und Vattenfall von Ende November 2011 vom Tisch. Statt des Kohlekraftwerkneubaus in Moorburg soll nun ein neues Gas- und Dampftturbinenkraftwerk die Fernwärmeproduktion liefern und damit den alten Kohlemeiler in Wedel ersetzen, der über 40 Jahre am Netz ist.
Vorhaben: Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will in Hamburg-Moorburg bis zum Jahre 2012 eines der größten Steinkohlekraftwerke Europas bauen. Geplant ist ein Doppelblock-Kraftwerk mit einer elektrischen Bruttoleistung von 1.654 MW und einer Fernwärmeauskopplung von 650 MW. Das ist eine Gesamtleistung, die die Stromproduktion einiger Atomkraftwerke übertrifft. Zusätzlich ist eine neue Fernwärmetrasse geplant.
Früher Baubeginn
Aufgrund einer Vereinbarung mit dem damals noch allein regierenden CDU-Senat hat Vattenfall im November 2007 vorläufig mit dem Bau des Zwei-Milliarden-Euro-Projektes begonnen, obwohl noch einige emissions- und wasserschutzrechtliche Genehmigungen ausstanden.
Schwarz-Grüner Senat erteilt Kohlekraftwerksgenehmigung
Am 30. September 2008 erteilte Hamburgs Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL ) die endgültige Genehmigung (wasserrechtliche) Erlaubnis und Immissionsschutzrecht) zum Bau des Kraftwerkes, allerdings unter hohen Auflagen. Da die Menge des Kühlwassers, dass der Elbe entnommen werden darf, vom jeweiligen Wasserstand abhängig sein soll, kann dies an 250 Tagen im Jahr zu einer gedrosselten Leistung des Kraftwerkes führen.
Vattenfall gegen Hamburg
Vattenfall protestierte gegen die Genehmigung und monierte Beeinträchtigungen des Betriebs des Kohlekraftwerks. Im Oktober reichte der Konzern Vattenfall beim Oberverwaltungsgericht Hamburg Klage gegen die Stadt Hamburg ein, um einzelne zentrale Auflagen für das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg zu kippen. Die Stadt Hamburg und der Konzern kamen zu einer Einigung. Vor allem die Verpflichtung, für eine CO2 -Abscheidung (CCS-Technik) eine geeignete Fläche nachzuweisen, um später nachrüsten zu können, werde aufgeweicht, kritisierte der BUND Hamburg.
Vattenfall gegen deutsche Steuerzahler
Im April 2009 rief Vattenfall sogar das internationale Schiedsgericht zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten bei der Weltbank in Washington an, um gegen die Umweltauflagen für das Kohlekraftwerk Moorburg zu klagen. Der Konzern beruft sich auf den Energiecharta-Vertrag und fordert 1,4 Milliarden Euro Entschädigung von den deutschen Steuerzahler/innen, da ihm durch die hohen Genehmigungsauflagen Verluste drohten erstmals in ihrer Geschichte wird die Bundesrepublik Deutschland vor der Schiedsstelle der Weltbank in Washington verklagt.
Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag vom Februar 2010 hier
BUND gegen Vattenfall
Im November 2008 reichte der BUND aufgrund von wasserrechtlichen Fragen eine Klage gegen die Genehmigung ein. Die umfangreiche Klagebegründung wurde im Juni 2009 abgegeben.
Moorburgtrasse ohne Anwohnerbeteiligung genehmigt - Protest angekündigt
Wie indymedia Anfang September 2009 berichtet, wurde die laut Vattenfall 240 Millionen Euro teure und 12,5 Kilometer lange Fernwärmeleitung genehmigt. Das von der Hamburger Handelskammer als „Halsschlagader“ für das Steinkohlekraftwerk Moorburg bezeichnete Vorhaben nimmt jetzt mit massiven Auswirkungen Anlauf auf St.Pauli und Altona. St.Pauli wird von Vattenfall mit einem gigantischen Tunnel von 4,4 Kilometer Durchmesser unterbuddelt werden. In Altona sollen ganze Parks stillgelegt und über 300 Bäume gefällt werden, sowie große Teile des Bezirks über vier Jahre zur Großbaustelle und danach "neu gestaltet" werden, So ist jedenfalls der Plan.
Hierfür haben die Hamburger Grünen Vattenfall das vereinfachte Genehmigungsverfahren, ohne jede Anwohnerinformation / Beteiligung und auch ohne Umweltprüfung illegaler weise ermöglicht. Außerdem ist mittlerweile klar: Es wird Proteste und Widerstand gegen die Auswirkungen der Trasse aber auch grundsätzlich gegen Moorburg, Vattenfall und die schwarzgrüne Energiepolitik an diesem Punkt geben. Die aktive Mobilisierung hat begonnen. Die Genehmigung für die Moorburgtrasse wurde bereits im Juni von der Hamburger Umweltbehörde still und heimlich erteilt. Hierbei handelt es sich um eine so genannte Plangenehmigung, die lediglich ein vereinfachtes Verfahren erfordert. Diese Plangenehmigung ist nur dann rechtlich möglich, wenn eindeutig weder Anwohnerinteressen, noch der Naturschutz betroffen sind.
Das Kohlekraftwerk wurde unter der schwarz-grünen Regierungskoalition genehmigt, obwohl die Grünen (GAL) im Wahlkampf sich eindeutig gegen die Baupläne ausgesprochen haben.
Der Bau des Kohlekraftwerks Moorburg war auch eines der strittigsten Themen bei den Koalitionsverhandlungen zwischen der CDU und der GAL im Frühjahr 2008. Die CDU, die vor der Koalition den Kraftwerksbau vorangetrieben hat, überließ die Entscheidung laut Koalitionsvertrag der grünen Behördenleitung.
CDU stellte Weichen - Grüne mussten Genehmigung erteilen
Die Genehmigung des umstrittenen Klimakillers in Hamburg ausgerechnet durch eine von den Grünen, trotz anders lautender Wahlversprechen, brachte der Umweltsenatorin Anja Hajduk massive Kritik ein. Sie rechtfertigte die Genehmigung damit, dass die Hamburger CDU-Regierung bereits die Weichen in Richtung Kohlekraftwerk gestellt habe. Wäre die Genehmigung nicht erteilt worden, hätten Hamburg hohe Schadensersatzforderungen gedroht, so die Umweltsenatorin.
In Hamburg gibt es einen breiten Protest gegen den Neubau des Kohlekraftwerkes. So wurde unter anderem von mehreren Hamburger Umweltverbänden das "Klimabündnis gegen Kraftwerk Moorburg" gegründet. Außerdem wurde eine bundesweit beachtete Stromwechsel-Aktion unter dem Titel „Tschüss Vattenfall“ ins Leben gerufen, an der sich viele Verbraucher beteiligten.
Aktuell gibt es Proteste von Bürgern und Initiativen gegen den Ausbau von Fernwärmeleitungen durch Vattenfall. Denn ohne die Fernwärmeleitung kann Moorburg technisch nicht ans Netz gehen, diese dient zusammen mit der Elbe als erforderliche Kühlung des Kraftwerkes . Würde die Fernwärmeleitung später oder gar nicht fertig werden, würde das Auswirkungen auf das gesamte Projekt Moorburg haben.
Dezember 2009/ Januar 2010: Baumbesetzung gegen die Fernwärme-Trasse zum Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg
August 2009: Mit einem Großtransparent hat die Kampagne "Gegenstrom08" in Hamburg gegen das von Vattenfall gesponserte Radrennen "Cyclassics" protestiert
April 2009: Vattenfall verklagt die 30 Klimaschützer/innen, die im Sommer 2008 die Baustelle des geplanten Kohlekraftwerks besetzten. Unter www.ausgekohlt.net wird eine Solidaritätsaktion gestartet: der Konzern soll aufgefordert werden, die Anzeigen sofort fallen zu lassen und die Bauarbeiten am Klima-Killer in Hamburg-Moorburg einzustellen
Dezember 2008: Greenpeace protestiert mit einen brennenden "CO2 Zeichen" gegen die Baupläne
September 2008: ROBIN WOOD und der BUND Jugend hängen an der Lombardsbrücke in der Hamburger Innenstadt ein Transparent mit der Aufschrift "Die Jugend lässt sich nicht verkohlen"auf
September 2008: "Vattenfall davonradeln" - Protest gegen Moorburg bei von Vattenfall gesponserten Radrennen "Cyclassics"
September 2008: Besetzung der Baustelle des Kohlekraftwerkes durch Klima-Aktivisten
August 2008: Klimacamp in der Nähe der Baustelle Moorburg
Februar 2008: Greenpeace-Protest auf Schornsteinen in Moorburg
Im Jahr 2007: Breites Klimabündnis bezeugt mit mehr als 12.000 Unterschriften im Rahmen einer Volkspetition den Widerstand der Hamburger Bevölkerung gegen das Kraftwerk

Brennstoff: Steinkohle
Leistung: 1680 MW
Baubeginn: 2008
Inbetriebnahme: 2013
Wirkungsgrad: ca. 46,5%
KWK: ja, 450 MW
Investition: ca. 2,2 Mrd.Euro
CO2-Ausstoß: 9,4 Mio. t/Jahr


"Klimabündnis gegen Kraftwerk Moorburg"
Vertreten durch: Regionalgruppe Robin Wood Hamburg-Lüneburg
Nernstweg 32
22765 Hamburg
E-Mail: kontakt(at)kohle-killt-klima.de
"Initiative Moorburgtrasse stoppen"


BUND Hamburg
Manfred Braasch
(Landesgeschäftsführer)
Telefon: 040 / 600 387 11
E-Mail: manfred.braasch(at)bund.net
