
„Der Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung ist ohnehin als Klimakiller in Verruf geraten. Umweltgruppen und Bürgerinitiativen opponieren mit wachsendem Erfolg dagegen.“ Financial Times, 14.10.2009
Seit 2007 wurden bereits 14 neue Kohlekraftwerke verhindert. Bei vielen Projekten wurden die Investitionen in flexible, umweltfreundlichere Gaskraftwerke und erneuerbare Energien umgelenkt.
Schon seit Jahren haben Energieversorger bei der Planung neuer Kohlekraftwerke mit heftigen Protesten von Bürgern und Verbänden zu kämpfen. Und der Protest ist zunehmend erfolgreich: in den letzten Jahren wurden insgesamt schon über zehn Kohlekraftwerksprojekte vollständig aufgegeben bzw. vorläufig gestoppt – die meisten davon aufgrund des starken Protests der Bevölkerung. Doch selbst dort, wo die Kohlekraftwerksprojekte noch vorangetrieben werden, führt der Protest der Kohlekraftwerksgegner zu erheblichen Verzögerungen bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Als RWE seine Pläne für ein milliardenschweres 1600-MW Kohlekraftwerk im saarländischen Ensdorf aufgrund einer Bürgerbefragung im November 2007 endgültig begraben musste, erregte dies bundesweit Aufmerksamkeit. Es war ein starkes Signal für die entstehende bundesweite Anti-Kohlekraftwerksbewegung und zeigte, dass die rückwärtsgewandten, klimaschädlichen Planungen milliardenschwerer Energiekonzerne von engagierten Bürgerinnen und Bürgern verhindert werden können. Auch in Bremen und Germersheim wurden 2007 und 2008 neue Kohlekraftwerke aufgrund des politischen Widerstands begraben. Andere Kohlevorhaben kippten z.B. im saarländischen Quierschied und in Köln, weil die Wirtschaftlichkeit der Projekte nicht gegeben war.
2009 wurde schließlich zum bisher erfolgreichsten Jahr des Anti-Kohleprotests. Insgesamt sechs Projekte (in Berlin, Dörpen, Emden, Kiel, Mainz und Lubmin) konnten nach jahrelangen Auseinandersetzungen und Protesten von lokalen Bürgerinitiativen und Verbänden gestoppt werden. Diese Erfolge für den Klimaschutz sind der Verdienst von vielen Menschen, die sich zum größten Teil über Jahre hinweg ehrenamtlich und hartnäckig gegen die klimafeindlichen Planungen zur Wehr gesetzt haben.
Die Gewinne für das Klima sind enorm: durch die gestoppten Kohlekraftwerksprojekte konnten in Deutschland insgesamt CO2- Emissionen von über 70 Millionen Tonnen jährlich verhindert werden! Das entspricht in etwa dem gesamten jährlichen CO2-Ausstoß von Finnland bzw. Dänemark und Luxemburg zusammen (Daten 2007, Quelle: UNFCCC ).
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