Kohle Protest

 Kohlekraftwerk BOXBERG

Bundesland: Sachsen

Betreiber: Vattenfall

Protest von Greenpeace an der Baustelle

Planungsstand

Bebauungsplan:
Vorhaben ist planungs-rechtlich zulässig, ein B-Plan existiert nicht

Genehmigungsverfahren: Abgeschlossen

Das Braunkohlekraftwerk ist genehmigt und seit Oktober 2006 in Bau.

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Vorhaben: Vattenfall vergrößert sein Braunkohlekraftwerk in Boxberg in der Oberlausitz (Landkreis Görlitz). Als es in den 1970er Jahren in Betrieb ging, war es das größte Kraftwerk Deutschlands. Nach der Wiedervereinigung wurden einige Blöcke stillgelegt. Zwei 500-MW-Blöcke wurden Mitte der 1990er Jahre nachgerüstet und für einen unbefristeten Weiterbetrieb ertüchtigt. Der Block Q mit einer Leistung von 900 MW wurde von 1996 bis 2000 neu gebaut und speist seit 2000 Strom in das Verbundnetz ein. Heute hat das Kraftwerk eine Leistung von 1.900 MW.  Der tägliche Braunkohleverbrauch des Kraftwerks beträgt bis zu 50.000 Tonnen. Die Kohle kommt zum größten Teil aus dem nahe gelegenen Braunkohletagebau Nochten, in der nördlichen Oberlausitz.

Derzeit wird der neue Block R mit einer Leistung (brutto) von 675 MW gebaut. Seine Nutzungsdauer soll sich nach Wunsch von Vattenfall über 40 Jahre erstrecken.

Weitere Naturzerstörung: Durch den Bau von Block R ist die weitere Zerstörung der Naturräume in der Lausitz  vorprogrammiert. Mit dem neuen Kraftwerksblock steigt der Bedarf des Kohlekraftwerks Boxberg um weitere 15.000 Tonnen Rohbraunkohle täglich. Deshalb wurde der Tagebau Reichwalde am Südostrand des Lausitzer Braunkohlenreviers Ende 2010 durch Vattenfall Europe Mining reaktiviert, um Boxberg zu versorgen. Auch der Tagebau Nochten soll erweitert werden.

Am 13. April 2006 reichte Vattenfall den Antrag auf Genehmigung des Kraftwerks ein. Am 20. Dezember 2006 erteilte das Regierungspräsidium Dresden die immissionsschutzrechtliche Genehmigung. Damit dauerte das Verfahren nur rund acht Monate. Dies ist ungewöhnlich, da sich die Genehmigungsverfahren aufgrund des großen Protests oft über Jahre hinziehen.

Baubeginn des neuen Blocks R war im Oktober 2006. Die Grundsteinlegung erfolgte im April 2007 unter Anwesenheit des damaligen sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU).

Politische Situation

Die Gemeinde Boxberg, in der die CDU die stärkste Kraft ist, steht hinter dem Braunkohlekraftwerksneubau. Auch die CDU-geführte Landesregierung befürwortet den Kohlekraftwerksneubau. Bündnis 90/Die Grünen sprachen sich als einzige Landtagsfraktion klar gegen den Neubau des Braunkohlekraftwerks aus.

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Bei einer Landtagsdebatte um den Antrag von Bündnis 90/DIE Grünen "Verantwortung für das Klima – Neubau eines Braunkohlekraftwerks in Boxberg abwenden" am 22. Juni 2006 betonte Heinz Lehmann, Landtagsabgeordneter der CDU-Fraktion, die interessante Auffassung seiner Fraktion: "Die CDU-Fraktion in diesem Hohen Hause – ich denke, dort bin ich mit unserem Koalitionspartner deckungsgleich – hat hier eine klare Position: Aus Sachsen muss der sauberste Kohlestrom der Welt kommen!" Es ist unklar, wie die CDU diesen Wunsch mit der Realität in Einklang bringt: Mit einem jährlichen CO2-Ausstoß von 20,3 Millionen Tonnen wird Boxberg nach Angaben des BUND mit dem Neubau zum viertgrößten CO2-Produzenten in Deutschland und zum sechstgrößten in Europa.


Protest vor Ort

Greenpeace hat mit mehreren spektakulären Aktionen öffentlichkeitswirksam gegen den geplanten klimaschädlichen Neubau von Vattenfall protestiert.

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Am 13. Oktober 2007 kletterten 20 Greenpeace-Aktivisten auf die Außenseite des Kühlturm-Neubaus in Boxberg und malten mit schwarzer Farbe in rund sieben Meter hohen Lettern den Schriftzug "Stopp CO2". Dazu haben sich die Aktivisten vom Baugerüst des Turms in 25 Meter Höhe abgeseilt. Trotz verschärfter Sicherheitsmaßnahmen waren sie unbehelligt auf das Gelände gelangt. Elf weitere Kletterer harrten mehr als zwei Tage in 75 Meter Höhe auf einem der Kräne der Baustelle von Block R aus. Mit einem Transparent forderten sie: "Vattenfall: Baustopp. Klimaschutz statt Braunkohle".

Auch rechtlich wendete sich Greenpeace gegen das klimaschädliche Vattenfall-Vorhaben. Die Umweltorganisation reichte am am 29. September 2007 beim Regierungspräsidium Dresden einen Antrag auf Widerruf der Betriebsgenehmigung für den Block R des Vattenfall-Kraftwerks im sächsischen Boxberg ein. Auch beantragte Greenpeace gleichzeitig einen Baustopp. Begründet wurde dies mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die besorgniserregende Beschleunigung des Klimawandels. Das Regierungspräsidium wies die Beschwerde schließlich im November 2007 zurück.

Auch der BUND kämpft mit anderen Umweltverbänden gemeinsam im Aktionsbündnis "Zukunft statt Braunkohle" gegen die Aktivierung des Tagebaus Reichenwalde. Das Ziel: die Zerstörung von weiteren Naturflächen und Dörfern durch neue Braunkohletagebaue zu verhindern und den Neubau von Braunkohlekraftwerken aus Klimaschutzgründen zu stoppen.




Planungsdaten

Brennstoff: Braunkohle
Leistung:
675 MW
Baubeginn:
2006
Inbetriebnahme:
2012
Wirkungsgrad
: ca. 46%
KWK:
unklar
Investition:
2,2 Mrd.Euro
CO2-Ausstoß:
5,1 Mio. t/Jahr

Kontakt vor Ort

Grüne Liga

 

E-Mail: umweltgruppe@web.de

 

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Online-Petition gegen neue Braunkohle- kraftwerke

 

 

Geplanter Tagebau Nochten



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